Chemischer Holzschutz

Dieser Beitrag wurde am 12. September 2018 veröffentlicht.

Sobald Holzbauteile durch einen konstruktiven Holzschutz nicht ausreichend vor Schädlingen und Witterungseinflüssen geschützt sind, kommt ein chemischer Holzschutz in Frage. Mit Hilfe von chemischen Holzschutzmitteln wird Holz vor zerstörenden oder verfärbenden Pilzen, Fäulnis, Schimmel, Insekten oder anderen pflanzlichen Schädlingen bewahrt und die Dauerhaftigkeit verlängert.

Da chemische Holzschutzmittel nicht ohne toxische Wirkstoffe auskommen, dürfen sie nur im Außenbereich angewandt werden. Auch dort wird nach verschiedenen Anwendungsklassen unterschieden. Erdberührende Bauteile bedürfen zum Beispiel einer speziellen Behandlung, ebenso wie nicht maßhaltige bzw. begrenzt maßhaltige Bauteile. Zudem gilt es den Holzschutz in vorbeugend oder bekämpfend zu unterscheiden.

chemischer Holzschutz - Holzschaden

Welche Arten von chemischem Holzschutz gibt es?

Grundlegend kann ein chemischer Holzschutz in zwei Arten unterteilt werden. Zum einen werden Hölzer, die im Außenbereich beispielsweise zum Bau eines Carports oder als Terrassenbohlen verwendet werden, bereits ab Werk behandelt. Während diesem Vorgang wird das Holz so behandelt, das es in eine biozid-haltige Lösung getaucht wird, was ein tiefes Eindringen in die Holzstruktur gewährleistet. Derart behandeltes Holz wird als tauch – bzw. kessel-druckimprägniert bezeichnet. Bei einer Tauch-Imprägnierung wird das zu behandelnde Holz über Stunden in ein Tauchbad gelegt. Dadurch kann das Bauteil das Holzschutzmittel optimal aufnehmen. Wenn ein Holz druckimprägniert wird, wird das Holzschutzmittel in einem Kessel mit Hochdruck in das Holzinnere gepresst.

Zum anderen bleibt die Variante, das zu verarbeitenden Rohholz selbst mit Holzschutzmitteln zu pflegen. Holzschutzmittel auf professionellem Niveau bietet die Produktpalette der Dörken Delta Woodprotection. Die Holzbeschichtungen auf Wasser – oder Lösemittelbasis bieten verschiedenste Eigenschaften, die sich optimal auf die eigenen Ansprüche und Holzarten abstimmen lassen.

Die Beschichtungen können einfach mit einem Pinsel aufgetragen oder aufgesprüht werden.  Je nach Wirkstoff können die chemischen Holzschutzmittel auch mit dieser Anwendung bis zu 10 mm tief in das Holz eindringen und von dort ihre Wirkung entfalten.  Eine grundlegende Unterteilung der Holzarten in vier verschiedene Gefährdungsklassen wird in der DIN 68800-3 geregelt. Dort werden zudem auch notwendige Prüfprädikate, eine erforderliche Einbringmenge und gängige Anwendungsverfahren festgelegt.

imprägniertes Holz

Wie gesundheitsgefährdend sind chemische Holzschutzmittel?

Chemische Holzschutzmittel sollten tatsächlich nur dann zum Einsatz kommen, wenn ein vorbeugend konstruktiver Holzschutz nicht genügend Abhilfe schafft und die Holzart von Natur aus keinen eigenen Schutz gegenüber natürlichen und witterungsbedingten Schäden mit sich bringt. Da die meisten chemischen Holzschutzmittel einen hohen Anteil gesundheitsgefährdender Biozide innehaben, gilt es im Vorwege immer zu prüfen, ob die Beanspruchungen und die Notwendigkeit einer langen Lebensdauer des Holzes eine Behandlung mit chemischen Holzschutzmitteln tatsächlich notwendig  machen.

Mitunter können bei der Verarbeitung von chemischen Holzschutzmitteln Reizungen der Atemwege auftreten, auch längerfristige Beeinträchtigungen können im Einzelfall vorkommen. Es empfiehlt sich daher immer einen entsprechend Atemschutz zu tragen, Schutzbekleidung und auch Handschuhe können zusätzlich von Nutzen sein. Grundlegend sollten immer die Verarbeitungs – und Schutzhinweise des Herstellers vor den Arbeiten gelesen und beachtet werden.

Heutzutage werden neue, chemische Holzschutzmittel vermehrt  auf Wasserbasis hergestellt. In diesen ist der Bestandteil bedenklicher Inhaltsstoffe deutlich reduziert und weniger bedenklich für die Gesundheit. Es lohnt sich, im Vorwege entsprechende Informationen zu den einzelnen Produkten und eventuellen, biologischen Alternativen einzuholen.

 

Bei Fragen rund um das Thema chemischer Holzschutz stehen an unserer kostenfreien Hotline ausgebildete Baustoffkaufleute gern beratend zur Seite.

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